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Wer vapet – und wie unterscheiden sich Männer und Frauen dabei?

Vaping wirkt auf den ersten Blick wie ein „einheitliches“ Konsumverhalten: Gerät an, ein paar Züge, fertig. In den Daten zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild. Geschlecht (meist binär erfasst), Alter, Gerätetyp und Motivation greifen ineinander – und genau daraus entstehen die Unterschiede, die man in vielen Studien wiederfindet.


1) Verbreitung: Erwachsene vs. Jugendliche – und warum das Geschlecht dabei „mitwandert“

Erwachsene: häufig ein leichtes Männer-Übergewicht

In großen bevölkerungsrepräsentativen Surveys liegt die E-Zigaretten-Nutzung bei Erwachsenen oft etwas höher bei Männern. Ein gut dokumentiertes Beispiel sind US-Daten (National Health Interview Survey): 2023 nutzten 7,6 % der Männer und 5,5 % der Frauen E-Zigaretten.

Das ist keine „Naturregel“, sondern ein robustes Muster vieler Adult-Erhebungen: Unterschiede existieren, sind aber nicht extrem – und sie verändern sich mit Produkttrends.

Deutschland: insgesamt eher niedrige Prävalenz – aber starke Produktverschiebung

Für Deutschland zeigen DEBRA-Auswertungen, dass die Gesamtnutzung von E-Zigaretten bis 2023 moderat gestiegen ist. Gleichzeitig ist besonders relevant, welche Geräte dominieren: Einweg-E-Zigaretten haben die Konsumlandschaft sichtbar verändert.

Und hier wird es geschlechterrelevant: In dieser Analyse waren Einweg-Nutzende im Vergleich zu Tank-Nutzenden häufiger weiblich, jünger, öfter nicht täglich und häufiger Dual-User (zusätzlich Tabakzigaretten).

Jugendliche: keine einheitliche Richtung – je nach Land und Indikator

Bei Jugendlichen ist das Bild am wenigsten stabil. WHO-Zusammenfassungen (u. a. auf Basis von ESPAD) berichten für 15–16-Jährige häufig höhere Quoten bei Jungen – aber es gibt Länder und Kennzahlen (z. B. „tägliches Vaping“), in denen Mädchen gleichziehen oder darüber liegen.


2) Fünf Unterschiede, die in Studien immer wieder auftauchen

1) Gerätetyp: Einweg vs. Pod/Tank – mit klaren Profilen

Der Gerätetyp ist nicht nur Technik, sondern ein Einstiegs- und Nutzungsmuster. In Deutschland zeigen Einweg-Vapes ein eigenes Nutzerprofil: jünger, häufiger gelegentlich, häufiger Dual-Use – und eben eher weiblich im Vergleich zu Tank-Nutzung.

2) Nutzungsfrequenz: „täglich“ ist etwas anderes als „ab und zu“

„Vape ich überhaupt?“ ist eine zu grobe Frage. Entscheidend ist: täglich, wöchentlich, gelegentlich. In ESPAD-Auswertungen variiert der Anteil täglichen Vapings stark zwischen Ländern; in vielen Ländern wird tägliches Vaping häufiger bei Mädchen berichtet, mit Ausnahmen.

3) Dual-Use: Vape und Zigarette – häufig unterschätzt

Viele Debatten tun so, als würde Vaping Tabak komplett ersetzen. In der Realität ist Doppelnutzung verbreitet. Gerade bei Einweg-Vapes wurde in Deutschland ein höherer Anteil von Dual-Use gegenüber Tank-Nutzung beschrieben.

4) Motive: Entwöhnung, Schadensminimierung, Neugier, Geschmack – je nach Gruppe anders gewichtet

Systematische Arbeiten zur Frage „Warum vape ich?“ zeigen geschlechterbezogene Unterschiede in Motiven und Erwartungshaltungen – allerdings nicht immer in derselben Richtung, weil Alter, Rauchstatus und Kontext stark mitwirken.
Ergänzend zeigen Umfragen unter Nutzergruppen Unterschiede u. a. bei Produktpräferenzen, Nikotinstärken, Informationsquellen und Nutzungsorten.

5) Wahrnehmung und „soziale Passung“

Vaping ist auch ein soziales Signal: Diskretion, Geruch, Design, „Erlaubtheit“ in bestimmten Situationen. Genau deshalb können sich Konsummuster zwischen Geschlechtern verschieben, sobald Produkte „alltagstauglicher“ werden (z. B. Einweg-Vapes) – weil Barrieren sinken und Gelegenheitsnutzung leichter wird. Diese Dynamik sieht man indirekt in den Geräte- und Frequenzprofilen.


3) Mythen vs. Fakten

Mythos 1: „Vaping ist vor allem ein Männer-Thema.“
Fakt: Bei Erwachsenen sind Männer in vielen Surveys häufiger Nutzer – aber Produkttrends (z. B. Einweg-Vapes) zeigen teils Profile mit höherem Frauenanteil.

Mythos 2: „Einweg-Vapes sind nur ein Jugendtrend.“
Fakt: Einweg-Vapes sind stark bei Jüngeren sichtbar, aber sie prägen auch erwachsene Nutzungsmuster und hängen mit Gelegenheits- und Dual-Use-Profilen zusammen.

Mythos 3: „Jugendliche sind geschlechtsmäßig gleich verteilt.“
Fakt: Das variiert je nach Land und Messgröße; WHO/ESPAD berichten häufig höhere Quoten bei Jungen, während einzelne Indikatoren (z. B. täglicher Konsum) in vielen Ländern bei Mädchen höher liegen können.

Mythos 4: „Vaping ersetzt automatisch die Zigarette.“
Fakt: Doppelnutzung ist verbreitet – und kann je nach Gerätetyp unterschiedlich häufig vorkommen.


4) Was man aus dem Geschlechterblick wirklich mitnehmen sollte

  1. „Geschlecht“ erklärt wenig allein. Aussagekräftig wird es erst zusammen mit Alter, Rauchstatus (nie/Ex/aktuell), Frequenz und Gerätetyp.

  2. Produkttrends verändern Zielgruppen. Einweg-Vapes verschieben Profile Richtung jünger und gelegentlicher Nutzung – das kann geschlechterbezogene Unterschiede verstärken oder umkehren.

  3. Daten sind oft binär. Viele Surveys erfassen nur „männlich/weiblich“, wodurch nicht-binäre Gruppen statistisch unterrepräsentiert sind.

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